Le Tour de Weidenberg a Plouhinec

Fahrradstaffel zum 30-jährigen Partnerschaftsjubiläum vom 29. Mai bis 1. Juni 2019

Im Jahr 1989 haben die Marktgemeinde Weidenberg und das französische Plouhinec (Morbihan) einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnet, der sich in diesem Sommer zum 30. Mal jährt. Im Rahmen der Feierlichkeiten reisen etliche Weidenberger mit dem Reisebus in die Bretagne – eine Gruppe von neun Radlerinnen und Radlern wird die etwas mehr als 1.700 Kilometer lange Strecke auf ihren Drahteseln absolvieren. Da zwischen der Abfahrt in Weidenberg am Mittwoch und dem Festakt am Samstag gerade einmal vier Tage liegen, wird die Distanz als Fahrradstaffel zurückgelegt.

Die Idee für die Staffelfahrt wurde im Herbst 2018 geboren und schnell hat sich eine Gruppe aus sechs, wenig später neun Personen, gefunden. Zunächst ging es an die grobe, dann die detaillierte Streckenplanung. Die erste Etappe führt vom Weidenberger Rathaus über 470 Kilometer nach Kehl am Rhein. Dabei sind ca. 4.500 Höhenmeter zu bezwingen. Tag 2 führt die Gruppe über die Grenze bis nach Paris, wo im Bois de Boulogne das zweite Nachtlager aufgeschlagen wird. Diesmal sind „nur“ 2.700 Höhenmeter zu überwinden, dafür aber 545 Kilometer. Vorbei am Eiffelturm geht es am dritten Tag auf die längste Etappe: Vorbei am Golf von Jersey ist Merdrignac das Ziel, welches 565 Kilometer und 4.000 Höhenmeter von Paris aus entfernt liegt. Weitgehend bergab geht es dann am Samstag in Richtung Atlantik, wo die Gruppe das letzte Stück der 133 Kilometer (600 Höhenmeter) gemeinsam bezwingt. Gegen 16:30 Uhr wollen die Radlerinnen und Radler dann in Plouhinec einradeln – danach wird gemeinsam mit den Einheimischen und den sich bereits vor Ort befindlichen Weidenbergern gefeiert!

Am Dienstag, 28. Mai, treffen sich die Radlerinnen und Radler in Weidenberg, um die beiden Begleitfahrzeuge – ein Wohnmobil sowie einen VW-Bus – zu beladen und die busfahrenden Frankreichfahrer zu verabschieden. Dann gibt es die ersten Fotos, die im Lauf der Tour auf dieser Seite ergänzt werden!

Wir freuen uns über Euer Interesse in den nächsten Tagen!

À bientôt! Sylvia, Gaby, Martin & Philip (Gruppe 1), Ute, Karl-Heinz, Roland, Markus und Michael (Gruppe 2)

Dienstag, 28. Mai

Es ist soweit! Heute haben wir nicht nur die Weidenberger per Bus auf den Weg nach Plouhinec geschickt, sondern auch unsere beiden Fahrzeuge gepackt. Die letzten Infos wurden ausgetauscht, die Vorfreude und Aufregung steigt!

Unsere Trikots sind auch noch pünktlich gekommen und so gab es das erste Gruppenfoto. Leider werden sich aber nur acht der neun Protagonisten auf den Weg nach Frankreich machen – Markus fällt leider wegen einer langwierigen Schulterverletzung aus. Selbst Gabys Zauberhände konnten nichts bewirken, nach einem Test am Wochenende musste Markus gestern die schwierige Entscheidung treffen.

Los geht es morgen früh um 6 Uhr für Sylvia am Rathaus in Weidenberg. Die Gruppe 2 fährt derweil mit dem Auto nach Kirchberg an der Jagst, wo sie ihre Teiletappe des ersten Tages beginnen wird. In Kehl am Rhein, unweit der deutsch-französischen Grenze, treffen sich dann beide Gruppen am Abend zum gemeinsamen Essen, Erfahrungen austauschen und Übernachten. Spätestens dann melden wir uns mit dem nächsten Blogpost!

Mittwoch, 29. Mai

Hurra, wir sind in Frankreich! Obwohl unsere Planungen davon ausgingen, dass wir in Kehl, also noch auf der deutschen Rheinseite, übernachten, hat sich der Eifer unserer acht Fahrerinnen und Fahrer ausgezahlt. Dadurch, dass jeder seinen geplanten Schnitt übertreffen konnte, konnten wir in Summe 50 Kilometer mehr absolvieren, was uns auf der zweiten Etappe ein paar Kilometer reduzieren wird. Somit, das ist unser Plan, werden wir in Paris mehr Zeit für Sightseeing und hoffentlich ein Gruppenfoto am Eiffelturm haben.

Um sechs Uhr morgens ging es für die erste Gruppe am Rathaus Weidenberg los. Sylvia, dann Gaby, Martin und anschließend Philipp fuhren in Richtung Kirchberg an der Jagst. Dort startete die zweite Gruppe mit Michael, Karl-Heinz, Roland und anschließend Ute.

Die letzten 40 Kilometer legten Karl-Heinz und Michael gemeinsam zurück. Highlight war die Überquerung des Rheins mit der Fähre.

Das letzte Teilstück in Frankreich nahm nochmal Philipp auf sich, er fuhr die letzten 15 Kilometer bis zum Campingplatz in Saverne. Hier gab es nach dem Zeltaufbau ein leckeres, von Ute vorgekochtes Gulasch und im Anschluss für jeden ein Glas Rotwein. Und geduscht wurde natürlich auch.

Insgesamt hatten wir mit dem Wetter Glück. Bedeckt ging es los, in Baden-Württemberg wurden Karl-Heinz, Roland und Martin wurden ein wenig vom Regen überrascht. Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann in Frankreich gen Campingplatz.

Donnerstag, 30. Mai

Der zweite Tag startete um halb sieben nördlich von Straßburg für Karl-Heinz und endete für das gesamte Team vor dem prachtvoll beleuchteten Eiffelturm. Was für ein Erlebnis!

Für die erste Gruppe ging es fast immer mehr oder weniger direkt am Rhein-Marne-Kanal entlang. Nach Karl-Heinz schwang sich Ute auf ihr Mountainbike, ehe Michael den Teil vor, durch und nach Nancy übernahm. Nachdem auch Roland seine Kilometer absolvierte, teilten sich Karl-Heinz und Michael die restlichen 50 Kilometer auf. Während die zweite Gruppe den Rest bis zum Campingplatz im Pariser Bois de Boulogne mit dem Auto fuhr, begann die erste Gruppe ihren Abschnitt am Endpunkt der zweiten vier Radler.

Für Sylvia, Gaby, Martin und vor allem den Rennradler Philipp ging es südlich an Reims vorbei in Richtung der französischen Hauptstadt. Der ursprüngliche Plan, die letzten 35 Kilometer möglichst vollständig nach und durch Paris bis zum Campingplatz zu fahren, ging nicht auf, da die zweite Gruppe durch die trotz Kanal anspruchsvolle Topographie länger als geplant brauchte. So fuhr Philipp bis zum Eiffelturm, der Rest in den Bois de Boulogne.

Dort trafen sich beide Gruppen und gemeinsam ging es die wenigen Kilometer bis zum Wahrzeichen der Stadt. Vorbei an der Tennisanlage von Roland Garros kamen wir, pünktlich zum Sonnenuntergang und zum idealen Gruppenfoto am Eiffelturm an. Nach der Rückfahrt verkrochen sich alle müde, aber zufrieden in ihre Schlafsäcke.

Freitag, 31. Mai

Auch der dritte Tag begann früh und für Philipp mit einem Highlight: Vorbei an der eindrucksvollen Schlossanlage von Versailles ging es in Richtung Normandie. Dort hin brach die zweite Gruppe mit dem Auto auf, um am vereinbarten Mittelpunkt der Route ihren Teil des Tages zu absolvieren.

Ein Rechenfehler sorgte allerdings dafür, dass die zweite Gruppe nur rund 170 Kilometer, und somit 100 Kilometer als die Erste zu bewältigen hatte. Da dieser Fauxpas erst spät auffiel, konnte die Route nicht neu aufgeteilt werden. Somit hatten Sylvia, Gaby, Martin und vor allem Philipp ein deutlich größeres Pensum zu absolvieren. Nachdem die erste Gruppe am Übergabepunkt ankam, wurde noch fieberhaft nach einer Tankstelle gesucht, um das Wohnmobil für die Fahrt zum Campingplatz in Merdrinac zu befüllen.

Davon ahnte die zweite Gruppe nichts, für die zunächst Roland und dann Ute in die Pedale traten. Gemeinsam trafen sich alle an der beeindruckenden, Jahrhunderte alten Klosteranlage des Mont Saint-Michel. Ute und Roland konnten sich das Bauwerk etwas näher ansehen, denn Karl-Heinz und Michael machten sich gemeinsam auf eine 70 Kilometer lange Teiletappe. Am Ziel angekommen war Ute schon unterwegs in Richtung Zeltplatz und auch Roland ließ es sich nicht nehmen, noch einmal 15 Kilometer bis zum Ziel des Tages zu pedalieren.

Da das erste Team durch die längere Strecke noch nicht am Campingplatz war, gab es leckere Pizza im Ort, während sich die Kilometerhelden des Tages mitgebrachtes Chili con Carne schmecken ließen. Bei Bier, Wein und guten Gesprächen ließen die Meisten den Abend gemütlich ausklingen.

Nun sind es nur noch eine Nacht und wenige Stunden auf den Straßen des französischen Nordwesten bis zum Treffen mit Radlern aus Plouhinec und der gemeinsamen Einfahrt in die Weidenberger Partnergemeinde!

Samstag, 1. Juli

Die letzte Teiletappe führte das Weidenberger Radteam vom Campingplatz in Merdrinac in Richtung Atlantikküste. Da es nur noch 120 Kilometer bis Plouhinec waren, wurden zwei Gruppen gebildet. Die ersten 28 Kilometer fungierte Michael als Guide für Gaby, Ute und Roland, und brachte die Gruppe nach Loudeac. Das Trio stieg dann in die wartenden Fahrzeuge ein, während Michael die Etappe bis nach Pontivy zu ende radelte.

Dort angekommen gab es ein großes Hallo, denn drei Radler/-innen aus Ploihinec warteten auf die deutsche Delegation. Gemeinsam ging es mit den Rennrädern nach Merlevenez. Hier konnte man die Meeresluft schon riechen und alle Teilnehmer der Tour de Weidenberg a Plouinec versammelten sich an der Kirche des Ortes. Von dort aus begannen mit den französischen Freunden acht entspannte Kilometer, die mit einem großen Applaus im Ortskern von Plouhinec endeten.

Mit den Weidenberger Busfahrern und den Partnerschaftsvereinen beider Orte begann eine schöne Jubiläumsfeier mit Ansprachen, dem Bekenntnis für die deutsch-französische Freundschaft und ein vereintes Europa sowie einem Festabend. Neben einem Fünf-Gänge-Menü gab es Auftritte der Weidenberger Musikanten, bretonische Tänze und gute Gespräche bis tief in die Nacht.

Unser Resümee: Wir haben vier fantastische, fast immer regenfreie Tage auf den Straßen zwischen Weidenberg und Plouhinec verbracht. Egal, wo wir hin kamen, die Gastfreundschaft der Franzosen war unglaublich. Wir haben Essen und Getränke ausgegeben bekommen und die Gastfamilien haben uns die Übernachtung am Atlantik so bequem wie möglich gemacht.

Es lebe Plouhinec – vive Weidenberg!

Wir danken unseren Partnern und Sponsoren für die Realisierung unserer Radstaffel!